Hoffnung und Orientierung fürr Insassen des "Ausreisezentrums"
Humanitäre Hilfe Trier - Presseerklärung, 25.02.2003:
Hoffnung und Orientierung für Insassen
des "Ausreisezentrums"
Die Humanitäre Hilfe Trier will Flüchtlingen
im Ausreisezentrum Mut machen und stellt Unterstützungsangebote vor - Ihr
Ziel: Schließung der Einrichtung!
Am Dienstag den 25. Februar um 16.30 Uhr
fand eine Protestaktion in der Dasbachstrasse statt, dabei hat die Humanitäre
Hilfe Trier den Insassen des Ausreisezentrums "Mutmachzettel"
in mehreren Sprachen überreicht.
"Das Konzept "Ausreisezentrum" ist gescheitert,
trotzdem wird die Einrichtung von Ingelheim nach Trier verlegt - wir prangern
die gewollten Mißtände wie Arbeitsverbot und Taschengeldentzug an
und fordern die Schliessung der Einrichtung.", so Maria Kronenberg, eine
der Initiator/innen der Humanitären Hilfe Trier.
Konkret bietet die Humanitäre Hilfe auf Ihrem "Mutmachzettel"
Kontakt- und Beratungsmöglichkeiten und verweist auf schon bestehende Angebote
wie Frauentreff, Kinderbetreuung, Sprachkurse, Trierer Tafel sowie Angebote
des Multikulturellen Zentrums und des Ausländerbeirats Trier. Außerdem
sollen die Flüchtlinge zur Orientierung mittels einer Stadtführung
auf wichtige Einrichtungen hingewiesen und zu einem Nachmittag ins Multikulturelle
Zentrum eingeladen werden.
"Wir wollen den Menschen konkret helfen und unterstützen
sie in ihrem Anliegen Bleiberecht in Deutschland zu erhalten, damit das fragwürdige
Ziel der Einrichtung unmöglich wird.", erläutert Ulrich Mildschlag
die Intention der Humanitären Hilfe.
"In Nordrhein-Westphalen wurde das Ausreisezentrum nach dem
Selbstmord eines Insassen geschlossen - muss es in Trier erst soweit kommen?"
fragt Brigitte Maibaum vom evangelischen Kirchenkreis Trier. "Innenminister
Zuber kann diese Einrichtung wieder schließen!"
"Zentrum für Hoffnungs- und Orientierungslosigkeit"
steht auf einem der Transparente. "Das wäre der treffendere Begriff
statt des Unworts "Ausreisezentrums"" meint Markus Pflüger
von der AG Frieden, die sich in der Humanitären Hilfe engagiert und kritisiert:
"Die Funktion der Einrichtung bleibt auch mit scheinbaren Verbesserungen
unmenschlich un für uns inakzeptabel!"
Die Flüchtlinge aus Ingelheim fordern die Rückverlegung
in die KOmmunen. "Durch psychischen Druck und praktische Diskriminierungen
wie Arbeitsverbot und dem Herausreissen aus dem bisherigen sozialen Kontext
sollen die Flüchtlinge zur "freiwilligen" Ausreise bewegt werden."
Von 174 nach Ingelheim eingewiesenen Flüchtlingen sind 5 ausgereist, 92
gingen den Weg in die rechtlose Illegalität, belegen Zahlen des Innenministeriums.
Ansprechpartner für Rückfragen: Maria Kronenberg, Tel.
0651 / 36908
Die Humanitäre Hilfe Trier wird getragen von:
Aktionsbündnis "Eshagh muss bleiben!", Arbeitsgemeinschaft Frieden,
Multikulturelles Zentrum Trier, Brigitte Maibaum (Ausländerbeauftragte
des evang. Kirchenkreises Trier), Eva-Maria Schwarz (Pax Christi Trier), Ulrich
Mildschlag, Corinna Rüffer, Magda Schmukalla, Maria Kronenberg, Rebecca
Still, Dorothee Kupczik, Pfarrer Guido Hepke und weiteren Personen sowie Gruppen
(Stand 20.02.03)
Spendenkonto: Humanitäre Hilfe für Flüchtlinge Ingelheim e.V.
Verwendungszweck: "Ausreisezentrum Trier", Sparkasse Rhein-Nahe, BLZ
560 501 80, Kto.-nr.: 130 105 3607